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Studien

«Die nachhaltige Sanierung der AHV ist möglich» (2019)

Die vom Bundesrat vorgeschlagene AHV-Reform 21 greift zu kurz. Zudem ist sie sozial unausgewogen und geht von unrealistischen Szenarien aus. Wir wollen jedoch nicht nur kritisieren, sondern auch konstruktive Vorschläge unterbreiten. Wir haben uns daher Gedanken zu möglichen Alternativen gemacht und eine Studie zur langfristigen Sicherung der AHV verfasst.

Radio SRF 3 berichtete am 18.07.2019 um 07:40 in ihrer Sendung SRF 3 Wirtschaft über die Studie.

Radio SRF berichtete am 27.07.2019 um 20:11 in ihrer Sendung Echo der Zeit über die Studie.

Schweizer Fernsehen SRF berichtete am 29.07.2019 in ihrer Sendung 10vor10 über die Studie.

CH Media berichtete am 08.08.2019 in ihren Printmedien über die Studie, u. a. in der bzBasel.

Cash berichtete am 09.08.2019 über die Studie.

Die Cash-Leserschaft bezieht Stellung – Vorschlag findet Zustimmung bei Umfrage mit rund 3'800 Teilnehmenden
Zum repräsentativen Ergebnis der Umfrage bei der Cash-Leserschaft vom 15.08.2019.

Vollständige Studie als PDF.


Modell «Sicheres BVG» – Gutachten erstellt im Auftrag der UNIA (2012)

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«Studie zur Existenzminimum-Versicherung – erstellt im Auftrag des Vereins Zivilgesellschaft (2004)»

Existenzversicherung versus Giesskannenprinzip

Löst eine Existenzminimum-Versicherung die Finanzierungsprobleme der AHV?

Die 11. AHV-Revision wurde vom Schweizer Stimmvolk mit grosser Mehrheit abgelehnt. Die Massnahmen Mehrwertsteuererhöhung, Rentenaltererhöhung und modifizierter Leistungsabbau wurden nicht akzeptiert und so müssen neue Möglichkeiten gefunden werden, um die AHV inskünftig finanziell zu sichern. Der Verein Zivilgesellschaft hat die Idee einer Existenzminimum-Versicherung aufgeworfen und lässt deren Umsetzbarkeit sowie das Einsparpotenzial dieses Modells anhand der vorliegenden Studie prüfen.

Die Existenzminimum-Versicherung geht von der zentralen Aufgabe der AHV, der Existenzsicherung, aus. Im Sinne des reinen Versicherungsgedankens erhält nur derjenige Versicherte eine Altersrente, welcher nicht über genügend andere Einkommensquellen verfügt. Als Folge der Existenzminimum-Versicherung könnte bei 10 % bis 15 % der Rentner auf die Aus-richtung einer AHV-Rente gänzlich oder teilweise verzichtet werden.

Die daraus resultierenden Einsparungen würden rund die Hälfte des zusätzlichen Finanzbedarfs der AHV abdecken. Problematisch daran ist vor allem, dass Besitzstände gebrochen werden müssten. Denn die Einführung der Existenzminimum-Versicherung erzielt nur dann die angestrebte Wirkung, wenn sie bereits beim bestehenden Rentnerbestand angewendet wird.

Dem stehen die Vorteile der Existenzminimum-Versicherung gegenüber: Die AHV wird zur eigentlichen Versicherung umgebaut und trägt zur Existenzsicherung für untere und mittlere Einkommen bei. Die Existenzminimum-Versicherung ist sozialpolitisch effizienter, bedürfnisgerechter und solidarischer als die heutige AHV und damit eine echte Alternative.

Vollständige Studie als PDF.


«Die Zukunft der Altersvorsorge (2003)»

Steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten führen unaufhaltsam zur Überalterung der Weltbevölkerung. Martin Wechsler zu den Auswirkungen auf die Altersvorsorge
Die gute Nachricht: Wir leben immer länger. Die Schlechte: Immer weniger Nachkommen sichern unsere Altersversorgung. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt weltweit. Nicht nur die Industriestaaten, sondern auch die meisten Schwellen- und Entwicklungsländer sind von dieser Entwicklung betroffen. Transparent wird dies durch den Altersmedian, der die Bevölkerung in zwei gleich grosse Gruppen – die jüngere und die ältere Hälfte – teilt. 50 % der gesamten Weltbevölkerung waren im Jahr 1950 jünger als 23.6 Jahre. Im Jahr 2000 verlief der Altersmedian bei 26.5 Jahren, 2050 wird er bei 36.2 Jahren liegen. Diese drastische Beschleunigung des globalen Alterungsprozess verläuft nicht in allen Regionen gleichmässig: Die Industrienationen sind davon weitaus stärker betroffen als aufstrebende Länder resp. Entwicklungsländer.

Altersmedian (in Jahren)
  1950 2000 2050
Welt 23.6 26.5 36.2
Aufstrebende Länder 21.4 24.3 35.0
Industrienationen 28.6 37.4 46.4
Entwicklungsländer 19.5 18.2 26.5
Afrika 19.0 18.4 27.4
Asien 22.0 26.2 38.3
Europa 29.2 37.7 49.5
Nordamerika 29.8 35.6 41.0
Mittel- und Südamerika 20.1 24.4 37.8
Pazifik 27.9 30.9 38.1
Quelle: United Nations Population Division: World Population Prospects, Population Database, 2001

Folgen für die staatliche Altersvorsorge

In den meisten Ländern basiert die staatliche Altersvorsorge auf dem Umlageverfahren. Die erwerbstätige Bevölkerung finanziert die Renten der Pensionierten mittels Transferleistung. Die Überalterung der Bevölkerung verschlechtert dieses Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern drastisch. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird sich weltweit bis 2050 mehr als verdoppeln. Die grösste Überalterung weist Japan auf, gefolgt von Europa, während der Prozess in den USA durch die starke Zuwanderung langsamer fortschreitet.

Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung
  2000 2050
Welt 6.9 % 15.6 %
Japan 17.2 % 36.4 %
Europa 14.7 % 29.2 %
USA 12.3 % 21.1 %
Asien 5.9 % 16.7 %
Mittel- und Südamerika 5.4 % 16.9 %
Afrika 3.3 % 6.9 %
Quelle: United Nations Population Division: World Population Prospects, Population Database, 2001

Die dadurch entstehenden Finanzierungsprobleme der umlagefinanzierten Altersvorsorge können nur durch grosse Beitragserhöhungen, starke Leistungsreduktionen oder massive Anhebung des Pensionierungsalters gelöst werden. Sonst steigen die Defizite der Sozialversicherungen und damit die Staatsverschuldung dramatisch. Gemäss einer Berechnung der OECD würde die Staatsverschuldung bis ins Jahr 2030 in Japan 339 % des Bruttoinlandproduktes erreichen, in Deutschland 247 %, in Italien 241 %, in Frankreich 193 %, in Grossbritannien 144 % und in den USA 115 %. Zum Vergleich: Heute beträgt die höchste erlaubte Verschuldungsrate für die Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion 60 % des Bruttoinlandproduktes. Diese Zahlen verdeutlichen die immense potentielle Belastung der umlagefinanzierten Altersvorsorge-Systeme in der Zukunft. Denn die Sicherheit demographischer Prognosen ist unbestreitbar, sind doch die Rentner des Jahres 2030 heute bereits geboren.

Betriebliche Vorsorge als Alternative?

Zur Ergänzung der staatlichen Vorsorge haben viele Firmen für ihr Personal – freiwillig oder obligatorisch – Pensionskassen (Pension Funds) eingerichtet. Diese basieren auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Hier bilden Beiträge und daraus erwirtschaftete Erträge die spätere Altersleistung. In vielen Ländern ist die betriebliche Altersvorsorge längst etabliert. Wegen der künftigen Finanzierungsprobleme bei der staatlichen Vorsorge, sind etliche Länder dabei, betriebliche Pensionskassen aufzubauen und mit Steueranreizen zu fördern. Sechs Nationen verfügen bereits über einen hohen Kapitalstock der Pensionskassen. Der – absolut gesehen – grösste Betrag findet sich in den USA, während die Schweiz – in Relation zum Bruttoinlandprodukt – die höchste Kapitaldeckung aufweist. Der Ausbau der Pensionskassen und die gegenwärtige demographische Struktur generieren einen beträchtlichen Cashflow an Pensionskassengeldern, welcher die Aktienmärkte stimuliert.

Kapitalstock der Pensionskassen
Nation Pensionskassen-Anlagen 1999 (Mrd. US-Dollar)
USA 7'765
Japan 1'544
Grossbritannien 1'365
Niederlande 427
Schweiz 351
Kanada 345
Restliche Nationen 1'180
Total weltweit 12'977
Quelle: InterSec Research Corp.

Die Baby-Boomer (Jahrgang 1946 – 1968) werden in den kommenden Jahren zu Rentner-Boomern. Ab dem Jahr 2010 setzt in den Industrieländern die grosse Pensionierungswelle ein, die bis etwa 2030 dauert. Damit steigt der Liquiditätsbedarf der Pensionskassen für die Rentenzahlungen. Der Cashflow wird negativ, die Pensionskassen müssen ab dem Jahr 2025 desinvestieren und somit weltweit Aktien verkaufen. Es ist absehbar, dass dann auch die Aktienkurse sinken, dadurch weniger Erträge auf dem Alterskapital erwirtschaftet werden können und somit die Renten tiefer ausfallen. Dies kann auch nicht durch eine Nettokapitalbildung der Pensionskassen der heutigen Entwicklungsländer kompensiert werden, da deren wirtschaftliche Potenz nicht stark genug ist. Zusätzlich müssen bei höherer Lebenserwartung die Renten länger ausbezahlt werden. Bei gleichem Kapital kann dies nur bedeuten, dass daraus tiefere Renten resultieren. Pro Jahr beträgt der Verlust etwa 0.5 %, d. h. die Rentner im Jahr 2030 müssen gegenüber den heutigen Rentnern mit einer um 15 % reduzierten Altersrente aus den Pensionskassen rechnen. Ein höheres Pensionierungsalter kann diese Entwicklungen kompensieren.

Privates Sparen – je früher desto besser

Durch privates Sparen kann man den voraussichtlichen Rentenverlust in den staatlichen Sozialversicherungen und bei den Pensionskassen ausgleichen. Auf welche Punkte sollte man achten?

  • Je früher man mit dem privaten Sparen beginnt, desto höher sind die Erträge im Alter.
  • Das Kapital sollte über die verschiedenen Anlagekategorien Aktien, Obligationen, Versicherungsanlagen und Immobilien diversifiziert werden. Zusätzliche Sicherheit bringt eine weitere Aufteilung innerhalb dieser Kategorien. Nach dem Motto: Leg' nicht alle Eier in einen Korb.
  • Attraktiv ist eine internationale Diversifikation der Anlagen und Investitionen in Wachstumsmärkte. Hier profitiert man insbesondere von der unterschiedlichen demographischen Struktur der einzelnen Volkswirtschaften.
  • Mit steigendem Alter sollte die Aktienquote reduziert werden, sodass der Aktienanteil am Gesamtvermögen 100 abzüglich dem aktuellen Alter beträgt. Eine 60-jährige Person sollte nicht mehr als 40 % Aktienanteil halten. Dies, weil Aktien Langfristanlagen sind und im Alter eine Liquidation oft zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgen muss.
  • Ab dem Jahr 2020 sollte man das generelle Aktienengagement reduzieren, weil dann die Pensionskassen voraussichtlich über einen negativen Cashflow verfügen und entsparen.
  • Das Alterskapital soll so dimensioniert und eingesetzt werden, dass der gewünschte Lebensstandard bis zum 80. Lebensjahr gehalten werden kann. Darüber hinaus empfehlenswert sind Versicherungsprodukte, welche das sogenannte Langleberisiko abdecken, d. h. ab Alter 80 garantiert lebenslänglich ausbezahlt werden.

«Projektleitung Nationalfonds-Studie (1993)»

Soziale Sicherheit nach 2000 – Finanzielle Perspektiven und Szenarien für die Schweiz

Dr. Martin Wechsler war Projektleiter der Nationalfonds-Studie über die „Soziale Sicherung nach 2000.“ Diese Studie war ein in sich geschlossenes Forschungsprojekt des Nationalen Forschungsprogramms Nr. 29 „Wandel der Lebensformen und soziale Sicherheit.“ Im Rahmen des Projektes „Soziale Sicherung nach 2000“ wurden Grundlagen über die finanziellen Perspektiven der Sozialen Sicherung in der Schweiz erarbeitet.

Diese Studie schloss eine Forschungslücke, weil sie erstmals

  • die Ausgaben aller Sozialversicherungen in der Schweiz erfasste;
  • die Interdependenzen der Sozialversicherungsträger untereinander berücksichtigte;
  • die alters- und geschlechtsspezifischen Ausgabenprofile aller Sozialversicherungen erfasste.

Auf Basis dieser erarbeiteten Grundlagen konnten Prognosen und Szenarien über die finanziellen Perspektiven der Sozialen Sicherheit in der Schweiz erarbeitet werden. Die langfristige Ausgabenentwicklung aller Sozialversicherungen wurde anhand eines Mikrosimulationsmodells berechnet.

Diese Szenarien leisteten einen Beitrag zur Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung des Sozialstaates. Sie zeigten Rahmenbedingungen auf, illustrierten Wechselwirkungen und zeigten Bereiche mit Handlungsbedarf auf.

Publiziert mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
© Verlag Rüegger AG – Chur/Zürich 1993
ISBN 3 7253 0486 6
Druck: Gasser AG, Chur


«Wirtschaftsmagazin BILANZ: Bilanz-Wechsler-Test (ab 1986) und Kolumnen (2003– 2011)»

Bilanz-Wechsler-Test

Vor 1986 waren die schweizerischen Versicherungsgesellschaften in einem Kartell organisiert. Alle Gesellschaften boten die gleichen Prämien und Leistungen. Einzig die Migros-Tochter Secura versuchte als Aussenseiterin das Kartell aufzubrechen. Bedeutende Marktanteile holte sie sich im Autoversicherungsgeschäft. 1986 verfügte die Kartellkommission die Aufhebung des Versicherungskartells. Dies hatte die Versicherungsgesellschaften dazu gezwungen, ihre Prämien und Leistungen unterschiedlich auszugestalten. Für die Konsumenten begann der Versicherungsdschungel insbesondere beim Vergleichen der unterschiedlichen Leistungen, welche sie nicht taxieren konnten. Dr. Martin Wechsler führte mit dem Wirtschaftsmagazin BILANZ den ersten umfassenden Versicherungsvergleich in der Schweiz durch. Dieser sogenannte BILANZ-Wechsler-Versicherungstest wurde während 10 Jahren publiziert.

Bilanzkolumnist von 2003 bis 2011

Dr. Martin Wechsler war von April 2003 bis Februar 2011 Kolumnist des Wirtschaftsmagazins «BILANZ» zum Thema «Vorsorge/Invest».

Die erschienenen Artikel finden Sie hier.


«Dissertation Dr. Martin Wechsler (1984)»

Die Einführung der obligatorischen 2. Säule

Eine volkswirtschaftliche Analyse der Problematik des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG).

Die Tatsache, dass über die Altersvorsorge ein immer grösser werdender Teil des Sozialproduktes geflossen war, liess auch gewichtige volkswirtschaftliche Interdependenzen zwischen den System en der Altersvorsorge und den gesamtwirtschaftlichen Grössen vermuten. Die Arbeit stellte sich die Aufgabe, diese Interdependenzen für die Schweiz theoretisch und empirisch aufzuzeigen. Ausgehend vom institutionellen Hintergrund und den damals politischen Fragen drängte sich eine Analyse der 2. Säule auf.

Viele der damals diskutierten Punkte der beruflichen Vorsorge waren eigentlich Probleme des Kapitaldeckungsverfahrens, des Finanzierungsverfahrens der 2. Säule. Umstritten war die Behauptung, das Kapitaldeckungsverfahren sei wachstumsfördernd, billiger als das Umlageverfahren, erhöhe die gesamtwirtschaftlichen Ersparnisse, beinhalte keine Umverteilung und jeder Versicherte spare für sich selber. Es wurde erklärt, dass das Kapitaldeckungsverfahren unabhängig von Änderungen der Bevölkerungsstruktur sei, und dass die Vermögen der 2. Säule real abgesichert seien. Alle diese Fragen wurden in der ökonomischen Analyse des Kapitaldeckungsverfahrens untersucht.


Öffentlichkeitsarbeit

Experten für Legislative und Exekutive

Begleitung eidgenössischer Gesetzesrevisionen

Aufgrund seiner ausgezeichneten Kenntnisse im Bereich der Altersvorsorge wurde Dr. Martin Wechsler mehrmals im Nationalrat und im Ständerat als Fachexperte zu Hearings eingeladen. Dies sowohl bei der ersten BVG-Revision als auch bei der 11. AHV-Revision.


Sozialpolitische Beratung von Parteien, Verbänden und Interessensvertretungen

Gründung von ASSI, Stiftung zum Schutz der Versicherten

Gemeinsam mit weiteren Experten aus unterschiedlichen Versicherungsbereichen gründete Dr. Martin Wechsler 1987 die gemeinnützige Konsumentenstiftung ASSI, welcher er während vielen Jahren als Präsident vorstand. ASSI führte als Erste unabhängige Versicherungsvergleiche in der Schweiz durch. Sie stellte die Prämien, Leistungen und zum Teil die Beratungsqualität der einzelnen Versicherungsgesellschaften einander gegenüber. Die erstmals in der Schweiz publizierten Produktetests stossen auf grosses Echo in Radio, Fernsehen und Zeitschriften und wurden weit verbreitet. Alleine vom Krankenkassen-Testbericht verkaufte ASSI über 15'000 Exemplare. Auch die Autoversicherungstests stiessen auf riesige Resonanz. Einzelnen Versicherungsgesellschaften gefiel die damit entstehende Transparenz nicht. Sie drohten mit Schadenersatzforderungen, Prozessen und prozessierten zum Teil auch. Alle Prozesse – einer dauerte über 5 Jahre – wurden erfolgreich abgewehrt. Mit dem Aufkommen des Internets entstanden neue Vergleichsmöglichkeiten für Versicherungen. ASSI hatte das Feld erfolgreich für Tests geebnet, wie sie heute Comparis, VZ, etc. durchführen.

Unterstützung der Volks-Initiative zur Einführung der vollen Freizügigkeit im BVG

Mit der Einführung im BVG 1985 bestand wohl volle Freizügigkeit bei den Beitragsprimatskassen. 1988 waren aber immer noch rund 50 % aller Versicherten im Leistungsprimat versichert. Dort entstanden beim Stellenwechsel immer noch grosse Verluste wegen der unvollständigen Freizügigkeit. Der schweizerische kaufmännische Verband, unter der damaligen Leitung von Ständerätin Monika Weber, lancierte eine Initiative zur Einführung der vollen Freizügigkeit in der beruflichen Vorsorge. Dr. Martin Wechsler unterstützte diese Initiative mit seiner versicherungstechnischen Beratung, Dr. Georg Hollenweger mit seiner juristischen Beratung. Beide zusammen postulierten das sogenannte Drehtürprinzip, wonach die Austrittsleistung der Eintrittsleistung im Leistungsprimat entsprechen muss. Die Initiative wurde erfolgreich lanciert. Das Parlament verabschiedete das Freizügigkeitsgesetz, welches im Leistungsprimat genau das vorgeschlagene Drehtürprinzip übernahm. Ab dem 1. Januar 1995 bestand volle Freizügigkeit in der beruflichen Vorsorge. Kein Versicherter verlierte künftig beim Stellenwechsel Vorsorgegelder.

Erfolgreiche Kampagne gegen die VAG-Unterstellung der autonomen Sammelstiftungen

Mit dem Winterthur-Modell der Versicherungsgesellschaften wurden 2003 die Rentenumwandlungssätze gesenkt und die Risikoprämien erhöht. Viele KMUs suchten eine Alternative und wechselten ihre Vorsorge zu den unabhängigen Sammelstiftungen. Die Versicherungsgesellschaften versuchten sämtliche Sammelstiftungen unter das Versicherungsaufsichtsgesetz VAG zu unterstellen. Zusammen mit anderen unabhängigen Sammelstiftungen wehrte sich Dr. Martin Wechsler gegen diese drohende VAG-Unterstellung. Dieser Gesetzesartikel konnte im National- und Ständerat verhindert werden. Damit war das Weiterbestehen der autonomen Sammelstiftungen gesichert.


Studien für Bundesämter und kantonale Behörden

BSV-Forschungsbericht 4/96: Umverteilung zwischen den Generationen in der Sozialversicherung und im Gesundheitswesen

Die Studie entstand im Rahmen der Ressortforschung des Bundesamtes für Sozialversicherung im Auftrag der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ist ein Anschlussprojekt an die Studie «Soziale Sicherung nach 2000, Finanzielle Perspektiven und Szenarien für die Schweiz» (Nationales Forschungsprogramm Nr. 29).

Sie leistete Pionierarbeit, indem sie für das Schweizerische Sozialversicherungssystem eine Generational Accounting-Rechnung (Intergenerative Umverteilungsrechnung) aufstellte. Damit wurde zum ersten Mal für alle Sozialversicherungsträger aufgezeigt, welche Generationen und Geschlechter Nettozahler resp. Nettobegünstigte sind. Damit liess sich die Frage beantworten: Wer bezahlt wieviel und wer erhält wieviel in der Sozialversicherung.

Studie im Auftrag des BfS: Totalrevision der Pensionskassenstatistik

Im Auftrag des Bundesamts für Statistik erarbeitete Dr. Martin Wechsler zusammen mit Dr. Rudolf Rechsteiner einen Bericht über die Totalrevision der Pensionskassenstatistik. Dieser gab über den Stand und die Entwicklung der Vorsorgeeinrichtungen Auskunft. Es wurde vorgeschlagen, neu Informationen auf Personenebene darzustellen. Diese wurden mittels einer Versicherungsstatistik erfasst, welche über einen Mikrozensus speziell erhoben werden müsste. Damit lägen bessere Informationen über die berufliche Vorsorge vor, welche auch im Rahmen der Gesamtschau der Vorsorge angewendet werden könnten.


Publikationen

Gewinner Chancengleichheitspreis beider Basel (2013)

BZ: Überteuerte Sanierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse (2012)